Freitag, 6. April 2012

Ab in den Süden

Heute erlaubte uns das Reiseprogramm auszuschlafen, jupiiiie :-)   

Das Seeungeheuer "Tessie" hatte sich wieder beruhigt, denn der See war ruhig, freundlich und flach wie ein Brett. So wagten wir uns an das Ufer, wo wir zum Steg des Raddampfers "Tahoe Queen" gelangten. Trotz frostigen -5 Grad setzten wir uns auf eine Bank und genossen die Aussicht.   

Wir verliessen den höchsten Punkt (2'500 m.ü.M) auf unserer Reise und fuhren wieder talabwärts auf sehr kurvigen Strassen in wärmere Gefilde. Beim Lake Topaz an der Staatsgrenze Kalifornien / Nevada legten wir die erste kleine Pause ein und tankten die warmen Sonnenstrahlen auf.    

In Walker entdeckten wir ein Memorial, wo wir halten mussten. Hier hingen etliche T-Shirts von verschiedenen "Fire Departments". Wir wollten genauer wissen, was da geschehen ist und fragten einen Ranger. Ein Helikopter ist 2002 bei Löscharbeiten (Waldbrand) abgestürzt und die Crew starb dabei.   

Etwas nachdenklich fuhren wir weiter am Walker River vorbei und über den Devil's Gate Pass bis nach Bridgeport. Hier wollten wir in Erfahrung bringen, ob die Strasse nach Bodie Ghost Town befahrbar ist - das entsprechende Schild bestätigte uns, dass die Strasse offen ist.   

Bodie Town liegt hoch oben auf 2'480 m.ü.M an den östlichen Ausläufern der Sierra Nevada. Normalerweise liegen hier um diese Jahreszeit tonnenweise Schnee. Unser Glück, dass diese Gegend einen schlechte Winter hatte. Also wagten wir diesen Abstecher in die Abgeschiedenheit. Der letzte Abschnitt der Strasse ist ungeplastert und kurvig aber gut befahrbar.    

Im Jahre 1859 fand William S. Bodey in diesen Bergen Gold. Als 1876 mehrere reiche Goldadern gefunden wurden, boomte die Stadt. 1880 zählte die Stadt 8'000 Einwohner, besass 65 Saloons und verfügte über ein Chinatown und Rotlicht-Bezirk. Es war ohne Zweifel eine wilde Stadt mit schlechtem Ruf. Heute stehen immer noch 150 teils sehr gut erhaltene Gebäude - wirklich faszinierend!   

Auf der Weiterfahrt nach Bishop hielten wir noch beim Mono Lake. Der mit 150 km2 Ausdehnung ist der weltgrösste Kratersee und bietet mit seiner ungewöhnlichen Flora und Fauna, stinkendem Wasser und Tuffsteinen ein spezielles Naturschauspiel vor der Kulisse der Sierra Nevada.    

Müde und etwas hungrig - diese verschiedenen Temperaturen, Höhenunterschiede und "Stop'n'go" sind nicht ohne - hielten wir in Lee Vinning bei Nicely's an, um etwas zu essen. Danach fuhren wir direkt nach Bishop, eine kleine Stadt am Nordende des Owen Valley in unwegsamer Lage im Inyo County.  

Im Bishop Creek Inn checkten wir ein und entspannten uns ein wenig. Danach gab es auf der Bowlingbahn ein gutes Stück Fleisch. 



































Donnerstag, 5. April 2012

Durch den Schneesturm nach Lake Tahoe

Heute holten wir am Flughafen von San Francisco unser Fahrzeug ab, einen GMC Terrain, denn eine 4-tägige Autofahrt stand uns bevor.   

Durch den Morgenverkehr fuhren wir über die Bay Bridge nach Sacramento. Die Bay Bridge ist die Schwester der Golden Gate Bridge, welche beim Erdbeben von 1989 berühmt wurde, als 15 m der Konstruktion brachen und die obere Fahrbahn auf die untere stürzte und für mehrere Autofahrer zur Todesfalle wurde. 100 Mio. fahren jährlich über diese Brücke.   

Nach einer längeren und langweiligen Fahrt - alles geradeaus - erreichten wir Old Sacramento. Zu Pionierzeiten war die Ranchsiedlung im Herzen von Central Valley das Sprungbrett in die Goldfeder und wurde deshalb 1845 zur Hauptstadt Kaliforniens. Die kleine Altstadt am Ostufer des Sacramento Rivers verströmt noch immer etwas vom Flair der Goldrauschtage.   

Da wir vor dem grossen Touristenstrom in Sacramento ankamen, herrschte eine angenehme Ruhe, welche wir bei amerikanischen Kaffee und Donuts genossen. Wir machten einen kleinen Spaziergang, besuchten das Wells Fargo / Pony Express Museum, kauften kalifornische Souvenirs und wieder mal Süssigkeiten ein. Wir hatten die Zeit komplett vergessen und so kassierten wir eine 40 USD-Parkbusse, denn die Parkuhr war abgelaufen, upps...   

Fast alles geradeaus fuhren wir nach Truckee. Das Wetter wechselte von Sonnenschein auf Schneeregen bis zu einem Schneesturm. Es war irgendwie schön Schnee zu sehen :-)     

In Truckee mussten wir tanken und unseren Hunger stillen, bevor es dann weiter an den Lake Tahoe ging.     

Der Lake Tahoe ist der grösste Bergsee Nordamerikas (497 km2) und befndet sich auf 2'000 m.ü.M in einer Mulde zwischen Sierra Nevada und dem Ostende der Carson Ranch (bis 3'317 m.ü.M.).   

Es war eine schöne und romantische Fahrt am Ufer entlang, welcher von Kieferwäldern umrandet ist. Der See strömte mit dem hohen Wellengang etwas gefähliches aus - vielleicht hatte das Seeungeheuer "Tessie" (scheinbar etwas ähnliches wie das Seeungeheuer "Nessie") schlechte Laune. Am späteren Nachmittag erreichten wir South Lake Tahoe und bezogen unser Zimmer im Secrets Inn.   

Vor dem Nachtessen buchten wir für Marc eine Massage, welche nach einer langen Autofahrt nötig ist.    

Am Abend schneite es und wir schauten uns vor dem Kamin einen Film an - "dolce far niente" war angesagt!!!